Estland
Die Briefmarkengeschichte Estlands ist eng mit der wechselvollen politischen Geschichte des Landes verbunden. Nach der Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit im Jahr 1918 erschienen noch im selben Jahr die ersten eigenen estnischen Briefmarken. Zu den frühen Ausgaben gehören schlichte Marken mit Blumenornamenten und Wertangaben. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Ausgaben mit dem estnischen Staatswappen, Landschaften, historischen Bauwerken und bedeutenden Persönlichkeiten. Während der ersten Unabhängigkeit von 1918 bis 1940 entwickelte Estland ein eigenständiges und vielfältiges Postwesen. Neben Freimarken erschienen Sonder-, Flugpost- und Zuschlagsmarken. Die klassischen Ausgaben dieser Epoche sind heute bei Philatelisten besonders beliebt. Die sowjetische Besetzung 1940 beendete zunächst die eigenständige estnische Briefmarkenausgabe. Während des Zweiten Weltkriegs folgte die deutsche Besatzung, aus der verschiedene Überdruck- und Lokalausgaben bekannt sind. Anschließend gehörte Estland bis 1991 zur Sowjetunion und verwendete sowjetische Briefmarken. Mit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit 1991 begann eine neue philatelistische Epoche. Moderne estnische Marken zeigen häufig Kultur, Natur, Architektur, Geschichte, Kunst und nationale Traditionen.
